Gestaltungsarbeiten für die Ausstellung #2 — Shimpaku

Meister: Fune Weg zur Ausstellung

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Chinesischer Wacholder im Mai. Das Drahten der Rückäste und die Gestaltung der Astpolster schreiten voran — die Herbstpräsentation stets vor Augen. Die alten Blätter (Toya) werden entfernt, und der Baum, der sich mitten in einer Umgestaltung mit vertauschter Vorder- und Rückseite befindet, wird bis zur Baumkrone geführt — in der ersten Windung, die den Nadeln ausweicht, hat der Herbst schon begonnen.

Fune
Beschneiden Drahten Jin·Shari Shimpaku Frühling Herbst

Den Herbst-Präsentationstisch im Mai vor Augen haben

10. Mai. Die Gestaltung des Chinesischen Wacholders wendet sich den Rückästen zu. In dieser Jahreszeit, wenn die alten Blätter — das sogenannte Toya, die vergilbten Nadeln — gerade erst zu erscheinen beginnen, möchte man möglichst viel Laub erhalten. Denn die Herbstpräsentation trägt man schon jetzt im Sinn.

Der Platz der Rückäste ist eigentlich ganz einfach bestimmt: Sie sollen sich zwischen den vorderen Ästen einordnen — allein auf diesem Grundsatz lässt sich beginnen. Die komplexeren Entscheidungen kommen danach von selbst.

In der ersten Windung liegt alles

Die Nadeln behutsam umgehend, schiebt man den Draht an jedem einzelnen feinen Ast entlang. Diese erste Windung bestimmt die Richtung des Astes und legt die Linie des Astpolsters fest. Ob man von unten oder von oben beginnt, entscheidet auch die Wickelrichtung — und auch das ist bereits vor der ersten Windung geklärt.

Eile ändert nichts. Wer den Anfang sorgfältig setzt, dem antwortet der Rest. Das Ende der Windung schließt man sanft und umhüllend ab — niemals zu fest.

Was man loslässt, lässt die Form entstehen

Wenn vier kleine Äste nebeneinander stehen, behält man nicht alle. Man lässt etwas aus, damit die Linie des Astpolsters sauber wirkt. Knospen nahe am Ansatz bleiben, die Spitzen werden geschnitten — die Entscheidung, was man freigibt, formt die Silhouette des Astpolsters.

Beim Totholzgestaltung gilt dasselbe. Die Rinde des zuvor geschnittenen Astes wird abgezogen, die Spitze leicht zugespitzt. Während man die Form des Baumes im Jetzt ordnet, gestaltet man gleichzeitig auch den Weg des abgestorbenen Bereichs mit.

Umgestaltung bedeutet, neu an die Möglichkeiten des Baumes zu glauben

An diesem Chinesischen Wacholder sind noch die Abdrücke früherer Drähte zu sehen, die sich ins Holz eingegraben haben. Der Baum befindet sich mitten in einer Umgestaltung, bei der Vorder- und Rückseite vertauscht werden. Man weicht diesen Spuren aus und legt den Draht an neuen Stellen an.

Das ist keine Ablehnung früherer Arbeit. Jene Abdrücke sind Zeugnisse der in diesen Baum investierten Zeit. Dass die Rückäste eine ausreichende Höhe haben — das ist die Grundlage, auf der diese Umgestaltung eine neue Kronenbildung anstrebt.

Erst wenn die vorderen Linien in eine Kuppelform gebracht sind, füllt man den hinteren Raum. Erst wenn die Baumkrone sauber gestaltet ist, hat man jenen Teil erreicht, von dem es heißt, man sei ein vollwertiger Profi geworden — genau dorthin zielt diese Umgestaltung. Die Gestalt, die auf dem Herbst-Präsentationstisch stehen wird, hat in diesem Moment heute schon begonnen.

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