Wurzelschnitt der Japanischen Weißkiefer

Meister: Fune Materialausbildung

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Eine Japanische Mädchenkiefer, die Koji Hirамatsus Vater über fünfzig Jahre auf dem Feld gezogen hat, wird für den Wurzelschnitt vorbereitet. Indem man die dicken Wurzeln zurückschneidet, regt man den Austrieb feiner Feinwurzeln an und bereitet so das Umtopfen im nächsten Jahr vor. Welche Wurzeln werden wo geschnitten, und wie wird die Schnittstelle sauber gesetzt? – In jeder einzelnen Handbewegung des heutigen Tages steckt bereits die Gestalt des Baumes im kommenden Jahr.

Fune
Wurzelvorbereitung Goyomatsu Frühling Winter

Fünfzig Jahre Wurzeln – ein einziger Schnitt

Koji Hirамatsus Vater hat eine Japanische Mädchenkiefer über rund fünfzig Jahre auf dem Feld gezogen. Die dicken Wurzeln, die sich ungehindert in die Erde ausgestreckt haben, verkörpern die Geschichte dieses Baumes. Jetzt setzen wir Schere und Säge an diese Wurzeln.

Warum schneiden? Könnte man den Baum nicht einfach ausgraben und einpflanzen? — Die Antwort auf diese Frage liegt in der Bewegung der Hände. Zehn dicke Wurzeln helfen weniger als tausend Feinwurzeln; der Baum lebt davon. Der heutige Wurzelschnitt ist kein Reduzieren, sondern ein Signal zum Neuaustreiben.

Im Wurzelballen steckt bereits das nächste Jahr

Die Stelle des Schnitts, die Größe des Wurzelballens – jede einzelne Entscheidung trägt viele Zeitschichten in sich. Lässt sich der Wurzelballen beim Umpflanzen im nächsten Jahr vollständig anheben? Können die verbliebenen Wurzeln nach dem Eintopfen genügend Nährstoffe aufnehmen? In den heutigen Handbewegungen ist bereits die Gestalt des Bonsais in einem Jahr und noch darüber hinaus angelegt.

Wird die Schnittstelle gequetscht, treiben keine neuen Wurzeln aus. Deshalb verwendet man gut geschliffene Klingen. Auch wenn beim Zurückfüllen Hohlräume entstehen, bleiben neue Wurzeln aus. Deshalb wird die Erde beim Einbringen sorgfältig, Schicht für Schicht, eingefüllt. Es geht nicht darum, dass kein Grund zur Eile besteht – es ist vielmehr so, dass am Ende einer übereilten Arbeit nichts wartet.

Nach dem Schnitt beginnt die Arbeit des Wartens

Ab dem Tag des Wurzelschnitts wird dieser Baum «wie ein Topfbaum» gepflegt. Regelmäßig gießen, bei starker Sommersonne ein Schattiernetz aufhängen. Der Baum, der seine Wurzeln selbst in die Erde trieb und eigenständig nach Wasser suchte, ist von heute an auf Menschenhände angewiesen.

Es gibt auch die Methode der Ringelung der Rinde. Man kennt sie – und entscheidet bewusst: «Diesmal nicht.» Die Entscheidung, etwas zu unterlassen, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit genauso wie die Entscheidung, etwas zu tun.

Fünfzig Jahre weiterdenken – heute vorbereiten

Reichlich Wasser gießen und langsam einziehen lassen. Die Arbeit ist getan; der Baum beginnt still und behutsam, sich unter der Erde wieder zu bewegen.

Ein Baum, der fünfzig Jahre lang gepflegt wurde, macht sich bereit für die nächste Zeit. Heute beginnt diese Vorbereitung mit dem Wurzelschnitt. Kein Abschluss, kein Meilenstein – sondern der Auftakt zum nächsten Kapitel einer Arbeit, die über die Zeit hinausreicht.

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